Reduktion auf das Wesentliche

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Erweiterung „Zentrum Breitenfeld“ in Täuffelen / Wohn- und Geschäftshaus Rugenparkstrasse in Interlaken / Totalsanierung und Neuinterpretation „Hotel Aare“ und „Restaurant Freienhof“ in Thun / Wohnüberbauung „Hofmätteli“ in Urtenen-Schönbühl

ERWEITERUNG ZENTRUM BREITENFELD, TÄUFFELEN

Die Erweiterung des Zentrums Breitenfeld in Täuffelen steht exemplarisch dafür, wie altersgerechtes Wohnen, medizinische Versorgung und öffentliche Infrastruktur in einem Dorfzentrum auf vorbildliche Weise miteinander verwoben werden können. Nach dem Rückbau des traditionsreichen Restaurants Laubscher sowie des zugehörigen Schopfs war 2022 der Startschuss für die Bauarbeiten gefallen – die Fertigstellung erfolgte planmässig im 1. Quartal 2024. Als Bauherrin trat die Witag AG aus Täuffelen auf. Die Jordi + Partner AG realisierte eine Erweiterung, welche architektonisch und funktional überzeugt und somit das bestehende Seniorenzentrum sinnvoll ergänzt. Das Projekt besteht aus zwei neuen Gebäuden: einem Wohnhaus mit Alterswohnungen und einem Mehrzwecktrakt mit grossem Saal, Nebenräumen und Galeriegeschoss. Beide Neubauten sind durch einen unterirdischen Korridor direkt mit dem bestehenden Seniorenzentrum Breitenfeld verbunden. So entstand ein zusammenhängendes, barrierefreies Ensemble, das Wohnen, Pflege, Betreuung und öffentliche Nutzungen räumlich und funktional vereint. Die insgesamt 22 Alterswohnungen verteilen sich auf vier Etagen und bieten eine Wohnform, die zwischen selbstständigem Wohnen und vollumfänglicher Pflege angesiedelt ist. Sie richten sich an Seniorinnen und Senioren, die Wert auf Eigenständigkeit legen, aber die Sicherheit und Nähe zu Betreuungsangeboten schätzen. Ergänzt wird das Angebot durch Therapieräume im Erdgeschoss sowie eine öffentliche Bibliothek und Proberäume der Musikschule Seeland im Sockelgeschoss. Diese sind dank gezielter Schallschutzmassnahmen vom restlichen Gebäude entkoppelt und ermöglichen unterschiedliche Nutzungen ohne gegenseitige Störungen. Das Mehrzweckgebäude bildet den zweiten Schwerpunkt der Erweiterung: Mit einem grossen Saal, einem Sitzungsraum und einer Ausgabeküche bietet es Platz für Vereinsaktivitäten, kulturelle Veranstaltungen, private Feste und Firmenanlässe. Damit wird das Zentrum Breitenfeld über seine Bewohner hinaus zu einem wichtigen Treffpunkt für die gesamte Gemeinde und fördert so das Dorfleben und den Austausch. Städtebaulich integriert sich die Erweiterung harmonisch ins bestehende Gefüge. Die Neubauten fassen den Dorfplatz neu und werten ihn auf, die Gartenanlage steht allen Bewohnern und Pensionären offen. Das öffentliche Restaurant Ambiance bleibt weiterhin ein zentraler Treffpunkt für die Bevölkerung und wird durch die Erweiterung noch stärker in das soziale und kulturelle Leben Täuffelens eingebunden. Architektonisch überzeugt das Projekt mit klarer, zeitgemässer Formsprache, die Funktionalität und Aufenthaltsqualität in den Vordergrund stellt. Grosszügige Fensterflächen sorgen für helle Räume, während die Materialwahl Beständigkeit sowie eine ruhige, wertige Ausstrahlung vermittelt. Mit der Erweiterung des Zentrums Breitenfeld wurde ein zukunftsweisendes Modell für altersgerechtes Wohnen geschaffen, das auf die demografischen Herausforderungen und die steigende Nachfrage nach entsprechenden Wohnformen reagiert. Durch die Kombination von Wohnungen, medizinischen Dienstleistungen, öffentlicher Infrastruktur und kulturellen Angeboten erhält Täuffelen ein Ensemble, das weit über die Gemeindegrenzen hinaus als Vorbild dienen kann. Im Zentrum Breitenfeld kommen Wohnen im Alter, Betreuung, Kultur und Gemeinschaft zusammen.

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Das markante Wohn- und Geschäftshaus an der Rugenparkstrasse 8 – 10 bereichert das Zentrum von Interlaken mit attraktiven Wohnangeboten und sorgt für Belebung durch Geschäfte und Gastgewerbe Abbildungen: Bahoz Issa

WOHN- UND GESCHÄFTSHAUS RUGENPARKSTRASSE, INTERLAKEN

Ein multifunktionales Projekt im Herzen des Berner Oberlands entstand mit dem Neubau an der Rugenparkstrasse 8 – 10. Das markante Wohn- und Geschäftshaus bereichert das Zentrum von Interlaken, indem es Wohnen, Arbeiten und Gastgewerbe unter einem Dach konzentriert. Zugleich setzt es damit neue Akzente für die urbane Entwicklung der Stadt. Initiiert wurde das Vorhaben von der Varem Development AG aus Immensee. Die architektonische Planung lag in den Händen von Jordi + Partner AG, die mit ihrer Erfahrung im Umgang mit komplexen Nutzungsmischungen eine präzise und städtebaulich überzeugende Lösung realisierten. Das Projekt gliedert sich in vier Baukörper mit klar differenzierten Nutzungen: In den Häusern A und B befinden sich Eigentumswohnungen. Haus C beherbergt das moderne Essential by Dorint der gleichnamigen Hotelgruppe Dorint Apartments und in Haus D Hotelzimmer verschiedener Preiskategorien. Verkaufs- und Dienstleistungsflächen im Erdgeschoss der Häuser A bis C sorgen zusätzlich für Belebung und einen attraktiven Nutzungsmix, der sowohl den Bedürfnissen der Anwohnerschaft als auch den Anforderungen des touristisch geprägten Standorts gerecht wird. Die bauliche Struktur umfasst zwei Untergeschosse, vier Vollgeschosse sowie ein Attikageschoss. Technik-, Lager- und Erschliessungsflächen sind in den Untergeschossen untergebracht, sodass die darüberliegenden Ebenen hochwertigem Wohn- und Gewerberaum vorbehalten bleiben. Die klare Gliederung der Baukörper gewährleistet eine harmonische städtebauliche Einbindung entlang der Rugenparkstrasse und schafft eine markante Adresse im Ortsbild. Architektonisch zeichnet sich das Projekt durch eine zeitgemässe, zurückhaltende Formensprache aus. Klare Linien und eine ausgewogene Fassadengliederung prägen das Erscheinungsbild. Grosszügige Fensterflächen sorgen für lichtdurchflutete Innenräume und bieten eindrucksvolle Ausblicke auf die umliegende Bergwelt. Das elegant gestaffelte Attikageschoss fügt sich harmonisch in die Dachlandschaft ein. Ein besonderes Augenmerk lag auf der funktionalen Verzahnung der unterschiedlichen Nutzungen: Die Verkaufs- und Dienstleistungsflächen im Erdgeschoss beleben das Quartier, während die Wohnungen in den oberen Geschossen als ruhige Rückzugsorte dienen. Das Hotel Dorint ergänzt das Angebot mit modernen Beherbergungsmöglichkeiten und stärkt so die touristische Attraktivität Interlakens. Das Projekt wurde als ARGE Station West in Zusammenarbeit zwischen der Jordi + Partner AG und der M+K Architektur Bau AG realisiert und steht exemplarisch für ökonomische Tragfähigkeit, architektonische Klarheit und städtebauliche Verantwortung. Mit seiner gelungenen Mischung aus Wohnen, Arbeiten und Gastgewerbe setzt das Wohn- und Geschäftshaus an der Rugenparkstrasse einen nachhaltigen Impuls für die Weiterentwicklung des Zentrums von Interlaken.

TRADITION IM NEUEN GEWAND: HOTEL AARE UND RESTAURANT FREIENHOF, THUN

Der Freienhof in Thun blickt auf eine beeindruckende Vergangenheit als traditionsreicher Gasthof direkt an der Aare zurück – seine Wurzeln reichen bis ins Mittelalter. Über Jahrhunderte war er ein zentraler Treffpunkt für Reisende, Kaufleute und die Thuner Bevölkerung. Mit der von 2019 bis 2023 erfolgreich abgeschlossenen Totalsanierung wurde dieses bedeutende Stück Stadtgeschichte umfassend erneuert und zukunftsfähig gemacht. Die Freienhof Thun AG führte das Projekt als Bauherrin in enger Partnerschaft mit dem Architekturbüro Jordi + Partner AG. Ziel der Sanierung war es, den einzigartigen historischen Charakter des Hauses zu bewahren und gleichzeitig den Ansprüchen eines modernen Hotels gerecht zu werden. Im Rahmen der Arbeiten wurden sämtliche Kernbereiche – Lobby, Restaurant, Hotelzimmer, Seminarräume, Foyer und Dachterrasse – neu gestaltet. Die Einstellhalle erhielt eine umfassende Erneuerung und Erweiterung, und zusätzliche Loft- sowie Attikawohnungen erweitern das Nutzungsspektrum. So verbindet der Freienhof heute klassischen Hotelkomfort mit zeitgemässem Wohnen und präsentiert sich als multifunktionales Haus im Herzen Thuns. Die architektonische Umsetzung besticht durch die gelungene Balance aus Tradition und Moderne. Während Jordi + Partner AG für die Gesamtplanung verantwortlich zeichneten, wurde das Interieur in Zusammenarbeit mit Ushi Tamboriello gestaltet. Das Designkonzept setzt auf warme Materialien und klare Linien und schafft eine elegante, zeitgemässe Atmosphäre, die die Geschichte des Hauses respektiert, aber auch neue Akzente setzt. Ein besonderer Fokus lag auf nachhaltiger Modernisierung: Energetische Optimierungen, moderne Haustechnik und eine sinnvolle Neuorganisation der Räumlichkeiten gewährleisten einen langfristig effizienten Betrieb. Die Bauherrenvertretung durch Emch+Berger Immo-Consult sorgte für konsequente Qualitätssicherung, Kostenkontrolle und eine reibungslose Koordination aller Projektbeteiligten. Seit der Wiedereröffnung im Herbst 2023 firmiert der Freienhof unter dem neuen Namen Hotel Aare Thun. Das Restaurant führt den traditionsreichen Namen Freienhof weiter und schlägt so die Brücke zwischen Geschichte und Gegenwart. Das Ensemble ist heute ein lebendiger Treffpunkt für internationale Gäste wie für die Thuner Bevölkerung, bietet modernen Hotelkomfort und verankert sein kulinarisches Angebot regional. Die gelungene Neupositionierung setzt ein starkes Signal für die touristische Entwicklung Thuns: Das Hotel Aare spricht Business- wie Freizeitgäste gleichermassen an. Seine herausragende Lage an der Aare, in der Altstadt, wird durch die architektonische Erneuerung besonders hervorgehoben. Grosszügige Fensterfronten, helle Räume und eine offene Lobby schaffen Transparenz und laden zum Verweilen ein. Mit der Totalsanierung des Freienhofs ist ein beispielhaftes Ensemble entstanden, das sich durch durchdachte Planung, interdisziplinäre Zusammenarbeit und gestalterische Sensibilität auszeichnet. Das Haus verbindet Hotel, Restaurant, Seminarräume und Wohnungen zu einer multifunktionalen Adresse, die ökologische, architektonische und städtebauliche Ansprüche in sich vereint.

WOHNÜBERBAUUNG HOFMÄTTELI, URTENEN-SCHÖNBÜHL

Mit der Wohnüberbauung Hofmätteli ist in Urtenen-Schönbühl ein zeitgemässes Wohnensemble entstanden, das städtebauliche Verdichtung mit qualitätsvollem Wohnen verbindet. Nach dem Abbruch der bestehenden Gebäude wurde im April 2023 der Grundstein für die neue Anlage gelegt, die Bauarbeiten konnten 2024 erfolgreich abgeschlossen werden. Die Baugesellschaft Areal Mäder Urtenen setzte das Projekt gemeinsam mit Jordi + Partner AG um. Deren Entwurf überzeugte mit einer zurückhaltenden, funktionalen Architektur, die den Ort stärkt und zugleich moderne Wohnqualität schafft. Das realisierte Projekt umfasst zwei Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 13 Eigentumswohnungen sowie fünf Reiheneinfamilienhäuser. Ergänzt wird die Überbauung durch eine unterirdische Einstellhalle mit 36 Parkplätzen, einen zentralen Technikraum, Kellerabteile und einen grosszügigen Veloraum. Dadurch ist der ruhende Verkehr effizient organisiert, und es wurde eine klare Trennung zwischen Wohn- und Erschliessungsflächen geschaffen. Architektonisch fügt sich die Überbauung mit ihrer zurückhaltenden, klaren Formensprache harmonisch in das gewachsene Ortsbild ein und setzt zugleich zeitgemässe Akzente. Ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Privatheit und gemeinschaftlichem Aussenraum wird durch die Anordnung der Baukörper geschaffen. Die Reiheneinfamilienhäuser bilden eine kompakte Einheit mit eigenem Charakter, während die Mehrfamilienhäuser durch ihre Gliederung und Materialwahl eine ruhige, wertige Präsenz ausstrahlen. Ein besonderes Augenmerk lag auf der funktionalen Organisation: kurze Wege, klare Erschliessung, grosszügige Abstellmöglichkeiten für Fahrräder und eine nachhaltige Energieversorgung über den zentralen Technikraum. Damit werden die heutigen Anforderungen an Mobilität und Komfort erfüllt und eine zukunftsfähige Infrastruktur bereitgestellt. Die Eigentumswohnungen werden durch die Jordi Liegenschaften Bern AG vermarktet. Die Lage an der Solothurnstrasse verbindet die Nähe zum Ortszentrum mit einer guten Anbindung an den öffentlichen Verkehr. Gleichzeitig profitieren die Bewohner von geschützten Wohnbereichen mit hoher Aufenthaltsqualität, die durch die Ausrichtung der Baukörper geschaffen wurden. Die Wohnüberbauung Hofmätteli steht beispielhaft für eine Bauweise, die ökonomische Effizienz, architektonische Klarheit und nachhaltige Wohnqualität vereint. Sie zeigt, wie durchdachte Projekte auch in kleineren Gemeinden entstehen können, die den Bedürfnissen unterschiedlicher Lebensformen gerecht werden – vom kompakten Einfamilienhaus bis zur komfortablen Eigentumswohnung.

Artikel aus:

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  • Bauen + Wirtschaft
  • Architektur der Region im Spiegel®

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