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Biorepository Building in Heidelberg: Neubau schließt eine infrastrukturelle Lücke auf dem DKFZ-Campus und ist als hochmoderner Logistik-Hub konzipiert / NCT (Nationales Centrum für Zell- und Tumorerkrankungen) in Heidelberg: neues Bürogebäude in Holzbauweise sowie Erweiterung des Bestandgebäudes

NEUBAU BIOREPOSITORY BUILDING, HEIDELBERG

Das Biorepository des Deutschen Krebsforschungszentrums DKFZ Heidelberg ist eine vollautomatische, robotische Liquid-Biopsy-Einrichtung, eine neuartige, blutbasierte Analysemethode, mit der ohne Gewebeprobe und histopathologische Untersuchung kleinste Mengen von Tumorzellen im Blut nachgewiesen werden können. Damit soll die bei vielen innovativen Projekten der Krebsforschung am DKFZ bestehende Lücke aus den unterschiedlichen Bereichen der Früherkennung, der Medikamentenentwicklung und der Therapiekontrolle geschlossen werden. Das Grundstück im Norden des Neuenheimer Feldes schließt unmittelbar an den DKFZ Campus „Technologiepark“ an. Das 2023 fertiggestellte, sehr kompakt gestaltete Gebäude besteht aus einer Labor- und Funktionsebene im Erdgeschoss sowie drei darüberliegenden Ebenen, den sogenannten „Storage-Geschossen“. Sie dienen als Biodatenbank und nehmen die mit Stickstoff gefüllten Speicherbehälter zum Einfrieren der Zellen auf. Die wesentlichen Technikflächen sind im Dachgeschoss angeordnet. Im Osten befindet sich der Erschließungsund Versorgungskern mit Einrichtungen für Technik, Sanitär und Infrastruktur, der den Forschungsbereich auf der unteren Ebene mit den drei Storage-Ebenen darüber verbindet. Der Baukörper ist in den Obergeschossen einzig durch die funktional notwendigen Elemente geöffnet, so die Einbringöffnungen für die Storage-Behälter, Zu- und Abluftöffnungen, Belichtungsöffnungen am Treppenhaus und anleiterbare Fluchtöffnungen. Der Stickstofftank steht außerhalb des Gebäudes, ist jedoch in die Gebäudehülle integriert. Die geschlossenen Fassadenbereiche sind mit einer vertikalen Fassadenbegrünung in Regalbauweise versehen, die mit den Linearbehältern für die Pflanzen entlang der Geschossdecken eine horizontale Struktur bilden. Geschosshohe Rankhilfen in den Behältern unterstützen immergrüne Gerüstkletterpflanzen, die entsprechend den Vegetationsbedingungen je Himmelsrichtung ausgewählt sind. Ein auskragendes Spalier dient auch als oberer Abschluss des Gebäudes.

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Biorepository Building, Heidelberg: Mit dem Neubau ist ein architektonisch und technologisch bedeutsames Infrastrukturprojekt für die biomedizinische Forschung entstanden Abb.: David Matthiessen

NEUBAU UND ERWEITERUNG NCT, HEIDELBERG

Zentrales Ziel dieses Entwurfs ist es, durch eine räumliche Anordnung und die Verwendung von Materialien, die sich von denen der meisten anderen Krankenhäuser unterscheiden, ein einladendes und inklusives Krankenhauserlebnis zu schaffen. Das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) in Heidelberg ist ein gemeinsames Projekt der Deutschen Krebshilfe, des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg und des Universitätsklinikums Heidelberg. Der 2010 eingeweihte Neubau des NCT vereint interdisziplinäre medizinische Versorgung und klinisch orientierte Krebsforschung unter einem Dach und schafft einen Ort der Begegnung für Patienten, Ärzte und Wissenschaftler. Als Reaktion auf das positive Feedback und den Bedarf an zusätzlichem Platz umfasst der neue Entwurf einen 2024 fertiggestellten Anbau an das bestehende Labor und ein neues Verwaltungsgebäude aus Holz, das sich nördlich des Tagesklinikbereichs befindet. Beide Gebäude sind dreigeschossig und haben eine Nutzfläche von ca. 2.600 m². Trotz seiner strengen funktionalen Beschränkungen weicht der bestehende Komplex erheblich von einem traditionellen Krankenhausgebäude ab. Er vermeidet eine starre Rasterstruktur und verfügt über ein lichtdurchflutetes Atrium, das sich über vier Stockwerke erstreckt und einen einladenden Raum für die Begegnung von Patienten, Besuchern und Ärzten bietet. Der Neubau knüpft nahtlos an die ursprüngliche Struktur an, indem er sich in Baustil, Form und Materialien an den bestehenden Labortrakt anlehnt und die gleichen Prinzipien beibehält. Der Erweiterungsbau setzt die Farbigkeit und klare Gliederung der bestehenden Fassade fort und weicht nur an wenigen Stellen von der formal strengen Struktur des Labortrakts ab. Auf der Eingangsebene umfasst der Erweiterungsbau Bereiche für die Phase I, bestehend aus zehn neuen Therapieräumen sowie Untersuchungs- und Beratungsräumen. Die beiden oberen Geschosse sind ausschließlich den Laborräumen gewidmet. Zusätzlich beherbergt ein neuer, freistehender Holzbau im Norden die Verwaltung. Auch dieses Gebäude trägt zu einer einladenden Atmosphäre bei: Es ist hell, verströmt den natürlichen Duft von Holz und ist innen mit einer bunten Filzfassade ausgestattet – Merkmale, die die Nutzer haptisch, visuell und olfaktorisch ansprechen. Diese Gestaltungselemente schaffen nicht nur ein wohnliches Ambiente, sondern auch ein gesundes Arbeitsumfeld. Mit Ausnahme des Untergeschosses sind alle Gebäudeteile aus Holz gefertigt, was eine nachhaltige Ergänzung zu den bestehenden Strukturen darstellt. Das Holztragwerk in Schottenbausweise aus Brettschichtholzplatten setzt sich aus 20 cm dicken Innenwänden und 24 cm starken Geschossdecken zusammen. Der Entwurf maximiert die Nutzung des Tageslichts und bietet eine natürliche Belüftung durch öffenbare Fenster.

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